Unter einer parastomalen Hernie versteht man einen Narbenbruch, der sich neben einem künstlichen Darmausgang (Stoma) bildet. Sie stellen ein häufiges Problem nach der Anlage eines Stomas dar und treten im Langzeitverlauf bei bis zu 50 % der Patient:innen auf. Parastomale Hernien können verschiedene Beschwerden verursachen, darunter Hautirritationen im Bereich des Stomas, ein Hervortreten des Darmes (Prolaps) sowie eine Darmobstruktion innerhalb der Hernie.
Nach einer chirurgischen Versorgung von parastomalen Hernien mit Implantation eines Netzes tritt je nach angewendeter Technik bei 7 % bis 17 % der Patient:innen erneut eine Hernie (Rezidiv) auf. Aufgrund dieses erhöhten Risikos kann bei geringen Beschwerden und nach gemeinsamer Entscheidungsfindung zwischen den Patient:innen und dem Behandlungsteam mit einer Operation zugewartet werden. Bei Beschwerden im Bereich einer parastomalen Hernie oder bei durch die Hernie verursachten Stoma-Problemen ist jedoch eine chirurgische Behandlung erforderlich.
Parastomale Hernien werden in der Regel minimal-invasiv mittels Bauchspiegelung versorgt. Dabei erfolgt die Einlage eines Netzes, da eine Operation ohne Netzeinlage mit einem deutlich erhöhten Risiko für ein erneutes Auftreten der Hernie verbunden ist.
Die Spital-Aufenthaltsdauer für Versorgung von parastomalen Hernien beträgt üblicherweise zwei bis vier Tage.