Narbenhernien (auch Narbenbruch genannt) sind ein häufiges Problem in der Abdominalchirurgie. Nach offenen Bauchoperationen treten sie bei bis zu 20 % der Patient:innen auf. Nach Notfalleingriffen steigt die Häufigkeit auf bis zu 38 %, bei Patientinnen und Patienten mit erhöhtem Risiko sogar auf bis zu 69 %.
Das Risiko einer Einklemmung des Darms ist insgesamt gering und liegt bei etwa 2,5 % innerhalb von fünf Jahren. Dennoch können Bauchwandhernien, wenn sie Beschwerden verursachen, die Lebensqualität deutlich beeinträchtigen.
Im Hernienzentrum Bern stehen für Patient:innen mit Narbenhernien verschiedene Operationsverfahren zur Verfügung. Diese werden individuell angepasst – abhängig von der Lage und Grösse der Hernie, von vorausgegangenen Operationen sowie von bestehenden Begleiterkrankungen.
Wenn immer möglich bevorzugen wir minimal-invasive (robotische oder endoskopische) Operationstechniken. Bei komplexen Problemen der Bauchwand oder nach mehreren Voroperationen kann jedoch auch ein offenes Vorgehen über die bestehende Narbe erforderlich sein. Zur Verstärkung der Bauchwand und Reduktion des Risikos einer erneuten Narbenhernie wird bei der Operation in der Regel ein Kunststoffnetz eingelegt.
Der stationäre Aufenthalt nach einer Narbenhernienoperation beträgt üblicherweise zwei bis vier Tage.